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Methoden · Vertiefung

DACI: Rollen für Teamentscheidungen

Wie du vor einer wichtigen Entscheidung klärst, wer sie vorantreibt, wer sie trifft, wer mitredet und wer nur informiert wird.

Stand · David Rudolph, KI-gestützte Erstellung · rund 6 Minuten Lesezeit

Eine Bio-Supermarktkette mit zwölf Filialen überlegt, Selbstbedienungskassen einzuführen. Seit drei Monaten diskutieren Einkauf, IT, Filialleitungen und Betriebsrat. Jeder glaubt, er entscheide mit. Die Geschäftsführerin Carina merkt: Das Problem liegt woanders: Niemand weiß, wer die Frage beantworten darf. Wie bekommt sie in vier Wochen eine Entscheidung?

Beispiel frei erfunden.

Was bedeuten die vier DACI-Rollen?

Die vier Rollen trennen Vorantreiben, Entscheiden, Beitragen und Informiert-Werden. Besonders wichtig ist der Approver: Laut Atlassian ist das genau eine Person, und sie soll aktiv entscheiden.

RolleWas die Person tutIm Beispiel
Driversammelt Informationen, bindet Beteiligte ein, sorgt für eine Entscheidung zum vereinbarten TerminLeiter Filialorganisation
Approvertrifft die Entscheidung, eine einzige PersonGeschäftsführerin Carina
Contributorsbringen Wissen und Empfehlungen ein, haben eine Stimme, das Stimmrecht liegt beim ApproverIT, Einkauf, zwei Filialleitungen, Betriebsrat
Informedwerden nach der Entscheidung informiertalle Filialteams, Steuerberatung

Ein Bild aus dem Alltag: Bei der Planung eines Familienurlaubs sammelt eine Person Angebote (Driver). Alle sagen, was ihnen wichtig ist (Contributors). Eine Person bucht am Ende (Approver). Die Großeltern erfahren, wann ihr verreist (Informed).

Halte Stimme und Stimmrecht auseinander. Contributors werden ernsthaft gehört, die Entscheidung trifft der Approver. Wer das vorher weiß, ist später seltener enttäuscht. Beim Betriebsrat prüfst du zusätzlich, ob ein Mitbestimmungsrecht besteht. Das ergibt sich aus dem Gesetz und gehört deshalb von Anfang an in die Planung.

Halte die Rollen schriftlich fest, zusammen mit der Entscheidungsfrage und dem Termin. Ein kurzes Dokument reicht. Es beantwortet allen Beteiligten die Frage, die in langen Diskussionen oft unausgesprochen bleibt: Wer entscheidet hier? Und es macht sichtbar, wenn jemand fehlt, etwa die Filialleitungen, die die Kassen später täglich betreuen.

Wie unterscheidet sich DACI von RACI?

DACI ordnet eine einzelne Entscheidung, RACI ordnet Zuständigkeiten für Aufgaben. Beide haben eine Rolle für die letzte Verantwortung, beide eine für Information. Der Unterschied liegt im Zweck.

DACI-Generator mit Abgrenzung zu RACI

MerkmalDACIRACI
Wofüreine konkrete Entscheidungwiederkehrende Aufgaben, Projektschritte
Rolle für die letzte VerantwortungApprover, genau eine PersonAccountable, genau eine Person je Aufgabe
Rolle für die ArbeitDriver treibt die Entscheidung voranResponsible erledigt die Aufgabe
Beteiligte mit WissenContributorsConsulted
Nur informiertInformedInformed
Im BeispielFühren wir Selbstbedienungskassen ein?Wer bestellt, installiert, schult nach der Entscheidung?

Schreibe deine Entscheidungsfrage auf und ordne jeder beteiligten Person genau eine der vier Rollen zu.

DACI klärt, ob etwas gemacht wird. RACI klärt, wer bei der Umsetzung was tut.

Nach der Entscheidung wechselt Carina von DACI zu RACI: Für die Umsetzung in zwölf Filialen braucht es Zuständigkeiten für viele Aufgaben. Wie das geht, zeigt die Seite RACI-Matrix.

Ein häufiger Fehler ist, beide Modelle zu vermischen. Dann steht in einer Aufgabenliste plötzlich ein Approver, oder bei einer Grundsatzfrage zehn Personen mit der Rolle „Consulted“. Trenne deshalb die Frage, ob etwas gemacht wird, von der Frage, wer es macht.

MerksatzErst DACI für die Entscheidung, dann RACI für die Umsetzung.

Wie läuft eine Entscheidung mit DACI ab?

Atlassian beschreibt einen Ablauf von etwa einer Stunde für drei bis sechs Personen, mit kurzer Vorbereitung. Die Schritte: Rollen festlegen, Informationen und Optionen sammeln, Beiträge einholen, entscheiden, Ergebnis teilen und dokumentieren.

Carina macht den Leiter der Filialorganisation zum Driver und setzt einen Termin in vier Wochen. Er holt Angebote ein, lässt zwei Filialen eine Woche lang testen und sammelt die Bedenken des Betriebsrats. Am Termin entscheidet Carina: Einführung in sechs Filialen mit mindestens einer besetzten Kasse zu jeder Zeit. Nach einem halben Jahr wertet das Team die Einführung aus. Wie solche Meetings gelingen, liest du unter Entscheidungsmeetings: So endet die Runde mit einer Entscheidung.

Nimm den letzten Schritt ernst: das Ergebnis teilen. Die Filialteams erfahren, dass Selbstbedienungskassen kommen, warum, welche Bedenken berücksichtigt wurden und wann ausgewertet wird. So wird aus einer Entscheidung von oben eine, die die Betroffenen nachvollziehen können.

MerksatzEin Termin und ein Approver machen aus einer endlosen Diskussion eine Entscheidung.

Grenzen

Wann hilft DACI nicht?

  • Wenn der Approver nicht entscheiden darf: Wer als Approver eingetragen ist, aber kein Budget oder kein letztes Wort hat, kann nur vertagen.
  • Wenn rechtliche Mitbestimmung besteht: Gesetzliche Rechte, etwa des Betriebsrats, gelten unabhängig vom Rollenmodell. Plane sie fest in den Ablauf ein.
  • Wenn Contributors nicht gehört werden: Wer seine Stimme nie wirken sieht, beteiligt sich beim nächsten Mal nicht mehr.
  • Bei kleinen Fragen: Für eine Entscheidung, die eine Person in fünf Minuten treffen kann, ist DACI zu viel.
  • Organisationale Grenze: der Approver als Feigenblatt. In manchen Unternehmen wird jemand als Approver eingetragen, der die Entscheidung dann doch nach oben weiterreicht. Die Rollen stehen auf dem Papier, die Entscheidung fällt woanders. Schutz im Prozess: Approver ist, wer die Entscheidung tatsächlich verantwortet und umsetzen lassen kann. Kläre das vor dem Start mit der nächsthöheren Ebene.

Gegenmittel

So setzt du DACI ein

  1. Entscheidungsfrage formulieren und einen Termin festlegen.
  2. Driver und Approver benennen, je genau eine Person.
  3. Contributors und Informed festlegen und ihnen sagen, welche Rolle sie haben.
  4. Beiträge einholen, schriftlich oder in einer Sitzung, vor der Entscheidung.
  5. Entscheiden, dokumentieren, teilen: Was wurde entschieden, warum, was passiert als Nächstes? Wie du Befugnisse grundsätzlich verteilst, steht unter Entscheidungsbefugnisse klären.

Übung

Übung am eigenen Fall

  1. Dein Bereich entscheidet, ob ein neues Reisekosten-Tool eingeführt wird. Beteiligt sind Bereichsleitung, Controlling, IT, eine Assistenz, die die Belege heute prüft, und alle Mitarbeitenden. Welche Verteilung passt?

    1. AAlle sind Approver, damit die Entscheidung breit getragen wird.
    2. BControlling als Driver, Bereichsleitung als Approver, IT und Assistenz als Contributors, alle Mitarbeitenden als Informed.
    3. CIT als Approver, weil sie das Tool betreiben muss, alle anderen als Informed.
    Auflösung anzeigen

    Antwort B. Antwort A widerspricht der Regel eines einzigen Approvers und führt zu endlosen Runden. Antwort C übergeht die Nutzer und das Wissen der Assistenz. Antwort B klärt, wer vorantreibt, wer entscheidet und wessen Wissen einfließt.

Häufige Fragen

Wofür steht DACI?

DACI steht für Driver, Approver, Contributors und Informed. Auf Deutsch etwa: die Person, die vorantreibt, die Person, die entscheidet, Beitragende und Informierte.

Kann es mehrere Approver geben?

Nach dem Modell nicht. Atlassian betont, dass es genau eine Person sein soll. Mehrere Approver können dazu führen, dass niemand entscheidet.

Was passiert, wenn der Approver anders entscheidet als die Contributors empfehlen?

Das ist erlaubt und gehört zum Modell. Der Approver legt dann seine Gründe offen. Wer gehört wurde und die Begründung kennt, trägt eine abweichende Entscheidung eher mit.

Ist DACI besser als RACI?

Beide haben einen eigenen Zweck. DACI passt für eine einzelne Entscheidung, RACI für Zuständigkeiten bei Aufgaben. Oft lohnt es sich, beide nacheinander zu nutzen.

Quellen

  1. Atlassian, Team Playbook, DACI: a decision-making framework: atlassian.com
  2. The Uncertainty Project, DACI Roles and Responsibilities: theuncertaintyproject.org

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